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Frau von Dinther

Ausstellungseröffnung "Die andere Seite der Welt - Begegnungen von Angesicht zu Angesicht" im Landtag Nordrhein-Westfalen am 21. Februar 2008

Rede von Regina van Dinther,
Päsidentin des Landtags von NRW

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollege,
verehrte Gäste!

I.
"Auschwitz ist ein Wendepunkt, eine Zäsur. Seit Auschwitz ist alles Menschliche nicht mehr so, wie es einst war. Seit Auschwitz ist nichts mehr so wie es einmal war". Dies stellte Elie Wiesel anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz fest. In der Tat: Es fällt schwer, zu Auschwitz Worte zu finden - auch wenn Schweigen verboten ist, wie wiederum Elie Wiesel zu Recht meinte.

Meine Damen und Herren, verehrte Gäste, wir haben gestern oben in der Wandelhalle eine Ausstellung über Synagogen in Deutschland eröffnet, die ich Ihnen sehr ans Herz legen möchte. Junge Studenten haben jüdische Gotteshäuser, die 1938 bei den November-Pogromen zerstört wurden, als Holzmodelle im Maßstab 1:50 originalgetreu wieder aufleben lassen. Bei dieser Ausstellung " Die andere Seite der Welt - Begegnungen von Angesicht zu Angesicht", spielt die Jugend eine ebenso bedeutende Rolle. Denn im Mittelpunkt steht die Arbeit der "Internationalen Jugendbegegnungsstätte Auschwitz", die 1986 in unmittelbarer Nähe zum Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau eröffnet worden ist. Ich freue mich ganz besonders, den Direktor dieser Begegnungsstätte begrüßen zu können. Herzlich willkommen Leszek Szuster. Ebenso herzlich begrüße ich den Vizepräsidenten des Internationalen Auschwitz Komitees. Herzlich willkommen Christoph Heubner. Beide werden im Anschluss noch das Wort an uns richten.

II.
"Auschwitz als Lernort" - das ist die Aufgabe dieser Jugendbegegnungsstätte. Und dieser Aufgabe stellt sie sich durch Seminare, Ausstellungen, Konzerte und Begegnungen in bewundernswerter Weise. Ich selbst konnte die Begegnungsstätte im letzten Jahr während meiner Polen-Reise kennenlernen. Und ich bin von dort mit dem Gefühl nach Hause gefahren: "Das muss doch jeder junge Mensch einmal selbst gesehen und erlebt haben."

Die Ausstellung "Die andere Seite der Welt" zeigt uns Fotos: von Zeitzeugen des Holocausts und von jungen Menschen, die Auschwitz und die Begegnungsstätte besucht haben. Manche haben ihre persönliche Worte und Empfindungen in die Gästebücher geschrieben. So schreibt Eva im Jahr 2006: "Die Eindrücke, die ich hier erhalten habe, werden mich mein ganzes Leben begleiten. Wir alle sind Erben der Geschehnisse von Auschwitz." Und der junge Pinar drückt seine Erlebnisse im Jahr 2007 so aus: "Am meisten habe ich mich darüber gefreut, einen Zeitzeugen kennengelernt zu haben, der mir auf alle meine Fragen eine Antwort geben konnte. Danke, dass Ihr für uns Zeit hattet."

III.
Allein diese beiden Aussagen von Vielen, die Sie gleich auf den Tafeln nachlesen können, sie machen deutlich: Durch die Erinnerung, durch das Wachhalten des Geschehenen ist Versöhnung möglich - und damit auch eine gute Zukunft, in der man ohne Angst verschieden sein kann. Ich danke Ihnen.

Das Wort hat nun der Direktor der Jugendbegegnungsstätte, Herr Leszek Szuster.

Ausstellung in NRW

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