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14. Mai 2010
Zeitungsbericht in der HNA

VW-Auszubildende arbeiteten in Auschwitz – Wanderausstellung in Kassel zu sehen

Geschichte zum Greifen nahe

Kassel. Pünktlich um 16 Uhr kamen sieben VW-Auszubildende direkt aus Auschwitz zur Ausstellungseröffnung in die Kasseler Oskar-von-Miller- Schule. In Auschwitz-Birkenau haben sie die letzten 14 Tage gearbeitet.

Sie haben Dachziegel der Gedenkstätte restauriert, Schuhe der Opfer gepflegt und geholfen, den Stacheldrahtzaun, der das Lager umschließt, als eines der sichtbaren Symbole der Demütigung zu erhalten. Keine einfache Arbeit. „Es war aufregend und auch anstrengend“, sagt Romina Engelhardt. „Man denkt viel darüber nach, was hier passiert ist.“ Geprägt habe sie die Arbeit in der Gedenkstätte sicherlich für ihr ganzes Leben, fügt Tim-Oliver Mehnen hinzu. Doch sie haben es gern gemacht und würden es auch wieder tun. Seit 20 Jahren tragen Auszubildende der Volkswagen Coaching aus Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Hannover, Emden, Zwickau, Chemnitz und Kassel zur Restaurierung der Gedenkstätte in Auschwitz bei. Eindrücke dieser Arbeit sind nun als Ausstellung „Den Bildern Namen geben“ bis Ende Mai in der Kasseler Schule zu sehen.

Gelacht und geweint

Initiiert wurde diese anlässlich des Holocaustgedenktages vom Vizepräsidenten des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner. Die Fotos und Texte haben deutsche und polnische Jugendliche gestaltet, die in Auschwitz mitgearbeitet haben. Sie schildern Gefühle und Erinnerungen, sie haben den Bildern Namen gegeben. „Ziel war es, dass sich die Jugendlichen mit der Vergangenheit auseinandersetzten“, sagt Heubner. Und das haben sie getan. Die sieben VW-Auszubildenden aus Baunatal haben viel nachgedacht, sie haben gelacht und geweint. Und sie hätten gern noch mehr getan.

„Sie haben ein Stück Versöhnungsarbeit geleistet“, sagte Bertram Hilgen, „dafür danke ich Ihnen.“ Der Oberbürgermeister hatte aber auch noch eine Bitte an VW: „Führen Sie dieses Angebot für die Auszubildenden noch lange weiter.“ (pgt)


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