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Shimon Peres und IAK
Staatspräsident Shimon Peres empfängt das Präsidium des Internationalen Auschwitz Komitees


7. September 2010

Präsidiumssitzung des Internationalen Auschwitz Komitees in Jerusalem: Reuven Rivlin, Präsident der Knesset, und Staatspräsident Shimon Peres empfangen das Präsidium des IAK

Noach Flug zur Situation der Roma in Europa

Vom 5. bis zum 7. September tagte das Präsidium des Internationalen Auschwitz Komitees in Jerusalem: In Gesprächen mit Staatspräsident Shimon Peres und dem Präsidenten des israelischen Parlamentes, der "Knesset", Reuven Rivlin berichteten Noach Flug (Jerusalem), Prof. Felix Kolmer (Prag) und Roman Kent (New York) als Auschwitz-Überlebende über die politische und die pädagogische Arbeit des Komitees.

Felix Kolmer betonte in seiner Rede beim Empfang durch den Knesset-Präsidenten: "Unsere wichtigsten Aktivitäten bündeln sich in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenhaß. Wir gehen in die Schulen, wir suchen das Gespräch mit jungen Menschen und wir organisieren Ausstellungen. Unsere Arbeit ist nicht von Haß geprägt, auch nicht von Haß gegen die deutsche Nation. Wir wissen, daß Haß den Menschen lähmt und besetzt, er wird unfähig zu konstruktivem Engagement.Dies ist unsere Philosophie, sie bestimmt unsere Arbeit so lange wir leben werden: Wir sind alt und dennoch arbeiten wir für die Zukunft, auch wenn es nicht unsere Zukunft sein wird."

Im Gespräch mit Staatspräsident Shimon Peres, der die Mitglieder des Präsidiums in seinem Amtssitz empfing, berichtete auch Roman Kent über die vielfältigen pädagogischen Aktivitäten der Mitgliedsorganisationen des IAK, die auch in der ZUsammenarbeit mit den Vereinten Nationen gipfelten. An Shimon Peres gewandt, betonte Kent: "Für die Überlebenden von Auschwitz hat es einen besondere Bedeutung hier und heute von ihnen empfangen zu werden. Wir sind uns bewußt, daß nicht 6 Millionen Juden ermordet worden wären, wenn es 1939 einen Staat Israel gegeben hätte."

Das Präsidium befaßte sich in seiner Sitzung auch mit der zukünftigen Arbeit und Gestaltung der Gedenkstätte Auschwitz: Die französische Union des Deportes d`Auschwitz hatte unlängst die Gestaltung einer Ausstellung im ehemaligen Vernichtungslager Birkenau gefordert, die über das Schicksal der europäischen Juden in Birkenau und dessen Vorgeschichte berichtet. In einer Sitzung Ende Oktober in Berlin werden sich die Mitgliedsorganisationen des IAK mit den französischen Vorschlägen befassen.

Noach Flug, der Präsident des IAK, faßte die Ergebnisse der Jerusalemer Sitzung bei einem Treffen mit israelischen Auschwitz-Überlebenden im King David Hotel zusammen: "Von großer Bedeutung wird für uns die neue Ausstellung in der Gedenkstätte Auschwitz und in Birkenau sein. Seit 1947 haben Überlebende an diesem Ort daran gearbeitet, dass das was in Auschwitz geschehen ist, so weit als möglich sichtbar bleibt und nicht in Vergessenheit gerät. Die Ausstellung von 1955 sieht und beschreibt Auschwitz mit den Augen der ehemaligen Häftlinge - aber auch auf dem Hintergrund der damaligen politischen Situation in einer geteilten Welt: Heute ist unser Blick freier, breiter und vielfältiger geworden: Unsere Augen sind auf Auschwitz und auf Birkenau gerichtet: Die Vernichtung der jüdischen Menschen aus ganz Europa, die Vernichtung der Sinti und Roma, die Ermordung so vieler Polen, der sowjetischen Kriegsgefangenen, politischer Häftlinge - auch aus ganz Europa -,  all dies muss in der neuen Ausstellung so erzählt werden, dass es die Köpfe und die Herzen der Besucher - vor allem der jungen Menschen unter ihnen - erreicht.
Ein besonders schmerzliches Thema während unserer Sitzung war für uns die Lage der Roma in Europa. Wir beobachten ihre Situation mit großer Sorge und Mitgefühl. Die Roma werden diskriminiert, verfolgt, ausgestoßen und sogar ghettoisiert. Gerade wir als Überlebende von Auschwitz haben die Pflicht daran zu erinnern, daß Sinti und Roma unsere Leidensgenossen in Auschwitz und in Birkenau waren. Die Nazis hatten ihnen dasselbe Schicksal zugedacht, wie den Juden. Sie sollten von der Erde ausgelöscht werden. Eben deshalb hat Europa den Roma gegenüber die Pflicht und die Schuldigkeit, sie zu schützen und ihnen in allen Ländern, in denen sie leben , gleiche Chancen an Bildung und menschenwürdiger Zukunft zu ermöglichen. Wir können nicht zulassen, daß dieses Thema in wenigen Wochen wieder im Schweigen Europas versunken ist."

 

Zum Bericht in der Jerusalem Post:
"Aushwitz survivor: ‘Every Jew likes Israel, but we love it'"

http://www.jpost.com/JewishWorld/JewishNews/Article.aspx?id=187337



Reuven Rivlin mit dem IAK
Reuven Rivlin, Präsident der Knesset, erhält die "Gabe der Erinnerung".
Von links: Prof. Felix Kolmer, Reuven Rivlin, Noach Flug und Kazimierz Albin

Reuven Rivlin und Christoph Heubner
Bei der Übergabe des "B": Reuven Rivlin und IAK-Vizepräsident Christoph Heubner

 

Shimon Peres und Noach Flug
Noach Flug, Shimon Peres und Christoph Heubner

 


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