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Ehrung von Christoph Heubner


16. März 2011

Ehrung für Christoph Heubner

Seit mehr als zwanzig Jahren betreut Christoph Heubner als Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees Auszubildende der Volkswagen Coaching GmbH, und ihre polnischen Kolleginnen und Kollegen sowie Führungsnachwuchskräfte und Meister des Volkswagen Konzerns während ihrer Seminar- und Arbeitsaufenthalte in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Jetzt wird Heubner für sein Engagement während der Betriebsversammlung der VW AG in Wolfsburg am 16.3. geehrt.

Seit zwanzig Jahren fahren Auszubildende von Volkswagen in die Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz, bei deren Entstehung sich die Volkswagen AG erstmals 1986 finanziell engagiert hat. Sie arbeiten jeweils 14 Tage in der Gedenkstätte Auschwitz, um – gemeinsam mit jungen Polen – bei der Erhaltung dieses so wichtigen Denkmales mitzuhelfen. Christoph Heubner hat die Auszubildenden von Anfang an begleitet. Anfangs war er Leiter des Polenreferates der evangelischen Organisation "Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste, später wurde er von den Auschwitz-Überlebenden zum Exekutiv-Vizepräsidenten des Internationalen Auschwitz Komitees gewählt.

Der Vorgänger Heubners bei der Aktion Sühnezeichen, Volker von Törne, hatte gemeinsam mit ehemaligen Auschwitz-Häftlingen die Idee einer Internationalen Jugendbegegnungsstätte entwickelt – zu einer Zeit, als ein solches Ansinnen wie eine verrückte Utopie erschien: 1977 kaufte Willy Brandt den ersten symbolischen Baustein für das Gebäude. Nach dem frühen Tod Volker von Törnes 1980 war es Christoph Heubner, der an der Utopie und der Idee einer Internationalen Jugendbegegnungsstätte gerade in Oswiecim/Auschwitz festhielt. Leszek Szuster, heute Direktor der IJBS, erinnert sich an den Beginn seiner Arbeit: "Natürlich war mir die Geschichte des Hauses im Kontext der polnisch-deutschen Beziehungen wichtig. Am dunkelsten Ort unserer gemeinsamen Geschichte dieses Haus für die Zukunft – es war Christoph Heubner, der nicht müde wurde und diese Idee propagierte. Er hatte das Staffelholz von den ehemaligen Häftlingen übernommen."

Und Marian Turski, Auschwitz-Überlebender und heute ein in Polen und Europa weithin bekannter Journalist, fügt hinzu: "Heubner hat der Internationalen Jugendbegegnungsstätte
und dem Internationalen Auschwitz Komitee nicht nur in Deutschland, sondern auch bei den Vereinten Nationen ein großes Prestige erarbeitet. In diesem Zusammenhang ist die
Zusammenarbeit nicht nur mit den Jugendlichen der Volkswagen AG von exemplarischer, internationaler Bedeutung. Das ist schon viel. Aber vor allem spüren wir die Wärme, die er uns ehemaligen Häftlingen entgegenbringt. Wir spüren, wie er sich um uns sorgt. Das ist genauso wichtig."

Wenn Christoph Heubner die Auszubildenden von Volkswagen und ihre jungen polnischen Kollegen durch die Gedenkstätte führt, dann geht es nicht nur um die Vergangenheit:
Heubner erzählt den Jugendlichen die Geschichten und Berichte, die er selbst von den ehemaligen Häftlingen gehört hat. Aber seine Anfragen an die Jugendlichen sind Fragen an die Zukunft. Was folgt aus dem, was sie gehört haben? Es sind Fragen, die sich die jungen Menschen selber stellen, weil sie sich aus den Erzählungen Heubners zwingend ergeben. Ines Doberanzke, die Kollegin Heubners, die bei der Volkswagen Coaching GmbH die Auschwitz-Projekte inhaltlich und organisatorisch vorbereitet und begleitet, beschreibt die Tage in Auschwitz so: "Christoph Heubner berührt die Jugendlichen mit einer Mischung aus Verstand, Herz und Humor. Er hat eine ungeheure Menschenkenntnis. Die Jugendlichen hören ihm zu, sie vertrauen ihm und sie wollen sich ihm und uns in dieser Situation auch anvertrauen. Das ist das Besondere."

Und Bernd Wehlauer, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der VW AG, der Volkswagen auch im Stiftungsrat der Internationalen Jugendbegegnungsstätte vertritt,
fügt hinzu: "Es gelingt Heubner immer wieder, die wichtige Brücke zwischen der Lebensgeschichte der Opfer und den politischen Zusammenhängen herzustellen, eine Brücke, die Geschichte, Gegenwart und Zukunft verbindet. Aus der Arbeit Heubners mit den Auszubildenden ist das vom Gesamtbetriebsrat geförderte Projekt mit Führungsnachwuchskräften und Meistern unseres Konzerns entstanden: Sich der Konfrontation mit Auschwitz zu stellen, heißt auch sensibler und offener zu werden für die eigene Geschichte und die eigene Lebenswelt. Die Arbeit in Auschwitz gehört mittlerweile zur Unternehmenskultur bei Volkswagen."

Ingrid Heinisch

 

Marian Turski

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