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Rathaus Pulheim
Bürgermeister
Herrn Dr. Karl August Morisse
Alte Kölner Str. 26
50259 Pulheim

per Fax: 02238/808442

Berlin, 06-03-14

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

mit Erleichterung nehmen wir zur Kenntnis, dass die städtischen Gremien die Aktion des spanischen Künstlers Santiago Sierra in der ehemaligen Pulheimer Synagoge vorerst abgebrochen haben. Die Aktion des Künstlers selbst ist geschmacklos und wird von den Überlebenden der Konzentrationslager, die sahen, wie tausende ihrer Familienangehörigen - ohne Gasmasken, ohne Feuerwehrbegleitung und ohne Wiederkehr– in die Gaskammern in Auschwitz und andernorts getrieben wurden, als brutal und mitleidlos empfunden.
Wir hoffen deshalb sehr, dass es bei der Absetzung dieses Spektakels bleibt.

Gestatten Sie uns, sehr geehrter Herr Bürgermeister, eine Frage, die vielleicht unsere Empfindungen angesichts dieser überdrehten und egozentrischen Inszenierung erläutern kann: Wie hätten Sie und die städtischen Gremien reagiert, wenn Herr Sierra angefragt hätte, Gas aus 6 PKW’s in den Ratssaal des Rathauses der Stadt Pulheim zu leiten, um so daran zu erinnern, dass in deutschen Rathäusern Ausgrenzung, Verfolgung und der Abtransport der ansässigen deutsch-jüdischen Familien in die Vernichtungslager organisiert wurde?

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Heubner
Vizepräsident


PS: Aufgrund der breit geführten öffentlichen Diskussion gestatten Sie uns, diesen Brief öffentlich zu machen und bitten um Ihr Verständnis.

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