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aus: Financial Times Deutschland vom 20.09.05 "Nazi-Jäger" Wiesenthal ist totDer langjährige Nazi-Verfolger Simon Wiesenthal ist im Alter von 96 Jahren in Wien gestorben. Das Internationale Auschwitz-Komitee bezeichnete seinen Tod als "großen Verlust".Wiesenthal sei in seinem Haus in Wien friedlich entschlafen, teilte der Leiter des Simon Wiesenthal-Zentrums, Marvin Hier, in Los Angeles mit. "Er wird als das Gewissen des Holocausts in Erinnerung bleiben", sagte der Rabbiner. Wiesenthal sei der Vertreter der Holocaust-Opfer gewesen, immer entschlossen, die T äter zur Rechenschaft zu ziehen. Stimme für sechs Millionen Juden Wiesenthal verstand sich stets als Stimme für die sechs Millionen
Juden, die im Holocaust ihr Leben verloren. "Ich wollte, dass die
Menschen im Rückblick auf die Geschichte wissen, dass die Nazis nicht
in der Lage waren, Millionen von Menschen zu töten, ohne straffrei
zu bleiben", sagte er einmal. 1100 NS-Täter überführt Insgesamt brachte Wiesenthal nach eigenen Angaben 1100 NS-Täter
vor die Justizbehörden. Nach ihm benannte Zentren gibt es in Wien,
Los Angeles, Paris und Jerusalem. Auch in den letzten Jahren seines Lebens
engagierte sich Wiesenthal gegen den Antisemitismus wie auch gegen Vorurteile
anderen Gruppen und Völkern gegenüber. Auschwitz-Komitee trauert um Wiesenthal Das Internationale Auschwitz-Komitee bezeichnete Wiesenthals Tod als "großen
Verlust". "Er hat ganz sicher eine Rolle gespielt, dass Überlebende
eine Form der Gerechtigkeit gefunden haben", sagte der Vizepräsident
des Komitees, Christoph Heubner. Viele der rund 20.000 Holocaust-Überlebenden
weltweit hätten "ganz persönliche Erinnerungen" an
die Gräuel der NS-Zeit und empfänden es als wichtig, dass nach
wie vor nach den Verbrechern gesucht wird.
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