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16.05.2014

Aktion anlässlich des ersten Transportes ungarischer Juden nach Auschwitz am 16.5.1944

 
 
Die Gruppe Auszubildender aus Polen und Deutschland gedachten dem ersten Transport ungarischer Juden nach Auschwitz am 16.5.1944.

Die Gruppe Auszubildender aus Polen und Deutschland gedachten dem ersten Transport ungarischer Juden nach Auschwitz am 16.5.1944.

 

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3818 Menschen umfasste der erste Transport jüdischer Familien aus Ungarn, der am 16. Mai 1944 das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau erreichte. Mit diesem Transport begann das letzte große Kapitel des Massenmordes an den Juden Europas, dem bis zum Herbst des Jahres 1944 in Auschwitz mehr als 450 000 jüdischer Frauen, Kinder und Männer zum Opfer fallen sollten.

Deutsche und polnische Volkswagen-Auszubildende aus Wolfsburg, Poznan und Hannover gedachten gemeinsam mit polnischen Berufsschülerinnen und Berufsschülern aus Wolfsburgs Partnerstadt Bielsko-Biala der Menschen, die am 16. Mai aus den Viehwaggons fast alle direkt in die Gaskammern Birkenaus getrieben worden waren.

Johanna Brüning, 21, Auszubildende zur Kauffrau für Bürokommunikation in Wolfsburg, und Norbert Juszczak, 19, Auszubildender zum Mechatroniker bei Volkswagen Poznan, legten gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen an den Gleisen der Rampe im Lager Birkenau Blumen in den ungarischen Nationalfarben rot, weiß und grün nieder. Seit dem 11. Mai 2014 nehmen sie an einem Gedenkstättenprojekt mit dem Internationalen Auschwitz Komitee in Oswiecim teil.  Johanna Brüning: "Durch den Aufenthalt in Auschwitz sind mir die Menschen, die man heute hier ausgeladen und gleich ermordet hat, sehr nahe gekommen. Es waren Familien, auch junge Menschen in meinem Alter. Wir alle wollen sie nicht vergessen. Und wir dürfen den Hass und den Antisemitismus nicht vergessen, der zu Auschwitz geführt hat. Das ist das Wichtigste."

Norbert Juszczak aus Poznan fügte hinzu: "Wir – Polen und Deutsche – sind heute Kollegen. Es ist mir sehr wichtig, dass wir gemeinsam hier in Auschwitz sind. Früher war zwischen uns der Stacheldrahtzaun von Auschwitz. Es ist gut, dass wir wissen, wo wir herkommen. So verstehen wir, wie wichtig das ist, was wir in diesen Tagen gemeinsam erleben."

Und Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, der die Gruppe betreut, ergänzte: "Die Jugendlichen diskutieren und fragen viel. Vieles ist schwer zu verstehen, wenn man in Auschwitz steht. Aber eines ist allen klar: Dass Antisemitismus und Rechtsextremismus nirgendwo in Europa mehr eine Chance haben dürfen, gerade vor der Europa-Wahl."