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17.06.2014

Literatur-Studenten zur Kunstaktion „find felix find felka“: Eine coole Idee

 
 
Konstanzer Literatur-Studenten beschäftigen sich mit der Kunstaktion „find felix find felka“

Konstanzer Literatur-Studenten beschäftigen sich mit der Kunstaktion „find felix find felka“

 

 

 

„Chescz, dzień dobry. Ich wohne in Warschau. Hier wohnen viele Juden. Meine Eltern haben mich Felka genannt. Sie sagen, so heißt ein Mädchen, das glücklich ist. Ich bin auch glücklich. Meistens. Am glücklichsten bin ich, wenn ich zeichne. Dann vergesse ich die ganze Welt.
 
Hallo, mein Name ist Felix. Heute habe ich Geburtstag. Meine Eltern haben mir einen schönen Blechkasten mit 36 Buntstiften geschenkt. Die Stifte leuchten. Wir leben in einem großen Haus. In Osnabrück.“
 
So beginnt das Internet-Kunstprojekt „find felix find felka“ (www.find-felka-find-felix.info). Es beschreibt in fiktiven Texten den tatsächlichen Lebensweg des Maler-Ehepaares Felix Nussbaum, geboren im Dezember 1904 in Osnabrück, und seiner Frau Felka Platek, geboren im Januar 1899 in Warschau. Nach Jahren der Flucht vor den Nazis und der Emigration wurden Felix Nussbaum und Felka Platek im August 1944 in Auschwitz ermordet. „find felix find felka“ ist ein Projekt des Internationalen Auschwitz Komitees, initiiert und umgesetzt von IAK-Vizepräsident Christoph Heubner.
 
Eine Arbeitsgruppe von Studenten der Universität Konstanz unter Leitung der Literaturwissenschaftlerin Susanne Schmidt MA beschäftigte sich jetzt im Seminar „Weitertragen – Holocaust und mediale Erinnerungskultur“ mit dem Projekt des IAK.
 
Von den Studenten wurde das Projekt „find felix find felka“ positiv aufgenommen, wie Susanne Schmidt berichtet. Unter anderem heißt es in den Kommentaren: „Ich finde die Idee ziemlich cool. So eine serielle Herangehensweise an ein realitätsgetreues Thema habe ich im Netz bisher noch nicht gesehen. Die Form der relativ kurzen, sprachlich einfach gehaltenen Tagebucheinträge macht die Geschehnisse mittelbarer, erfahrbarer und auch emotionaler. Fast wie eine Art Roman auf wahrer Begebenheit.“
 
Ein weiterer Kommentar: „Die Verknüpfung der verschiedenen Medien ist sehr spannend und für diejenigen, die die Geschichte von Anfang an verfolgen, ist sie damit ziemlich interaktiv und fesselnd. Der Brief als solcher ist außerdem schon ein starkes Erinnerungssymbol.“
 
In einem anderen Kommentar heißt es: „das ist wirklich mal etwas Neues. Als Einstieg zuerst etwas über die Geschichte des Paares zu erfahren und worum es in der Kunstaktion geht, ist passend und sehr gelungen. Man findet einen guten Einstieg in die Thematik und bekommt alle wichtigen Infos zum Thema. So werden nochmals viel mehr Menschen auf das Thema und die Geschichte von Felka und Felix aufmerksam und ihre Kunst wird einer sehr breiten Masse offenbart, als wenn man sie nur im Museum zeigt. Die Einträge sind von der Form her für alle zugänglich, jeder kann sie verstehen und sich so leicht in die Geschichte einfühlen. Form, Präsentation und Herangehensweise könnten auch helfen, mehr jüngere Leute auf das Thema aufmerksam zu machen, da man keinen komplizierten Textbau hat, nicht ellenlange Seiten lesen muss und eine ansprechende Darstellung vorfindet. Alles in allem finde ich dieses Projekt wirklich sehr gelungen.“

 

Zur Kunstaktion des IAK: www.find-felka-find-felix.info