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15.05.2014

Stadtallendorf ehrt Eva Pusztai als Ehrenbürgerin

 
 
Eva Pusztai wurde Ehrenbürgerin von Stadtallendorf

Eva Pusztai wurde Ehrenbürgerin von Stadtallendorf

 

 

 

Am 15. Mai 2014 wurde Eva Pusztai Ehrenbürgerin der Stadt, in der sie vor 70 Jahren im Lager Münchmühle als ungarische Jüdin inhaftiert und zur Zwangsarbeit gezwungen wurde.

Doch war es nicht nur das erfahrene Leid, für das die Auschwitz-Überlebende von Bürgermeister Christian Somogyi gewürdigt wurde – ebenso galt die Ehrung ihrem Wirken nach 1945.

Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des IAK, schrieb in seinem Grußwort:

"Die Überlebenden der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager im Internationalen Auschwitz Komitee aus vielen Ländern gratulieren den städtischen Gremien Ihrer Stadt zu dieser Entscheidung, Frau Eva Pusztai das Ehrenbürgerrecht zu verleihen.

Diese Entscheidung gereicht den Bürgerinnen und Bürgern von Stadtallendorf zur Ehre. Die Tatsache, dass Eva Pusztai bereit ist, diese Ehrung anzunehmen, ist für Ihre Stadt und für Deutschland ein Geschenk.

Eva Pusztai hat – wie viele andere Überlebende von Auschwitz – das Gespräch mit den Menschen in Deutschland gesucht, mit unzähligen jungen Deutschen hat sie zusammengesessen. Sie hat erzählt, erklärt, beschrieben: Nie mit erhobenem Zeigefinger oder bitter anklagend – sondern immer bewegt von ihrem Herzenswunsch, die historische Wahrheit darzustellen und ihren ermordeten Familienangehörigen und Freunden eine Stimme zu geben – in die Gegenwart und Zukunft hinein.

Eva Pusztai ist eine große Erzählerin. Auch ihr Buch „Die Seele der Dinge“ gehört zu den literarisch und historisch wertvollsten Darstellungen der Ursachen und Folgen von Auschwitz im europäischen Kontext.

Eva Pusztai ist eine ungarische Jüdin und eine große Europäerin – die mit Sorge den Weg ihres Heimatlandes verfolgt und ihre Hoffnungen auf Europa setzt.

Vor allem aber ist Eva Pusztai ein wunderbarer Mensch, eine wunderbare Frau, die die Welt zum Leuchten bringt – trotz des Entsetzlichen, das sie erleben musste, will sie den Menschen, will sie den Deutschen vertrauen – zu unser aller Glück."