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Entlassung des KZ-Aufsehers Lipschis

Die zügige Entlassung des KZ-Aufsehers Hans Lipschis aus der Untersuchungshaft wegen "beginnender Demenz" hinterlässt die Überlebenden von Auschwitz mit einem tiefen Gefühl der Bitterkeit und der Trauer. Dem 94-jährigen sei ein solcher Prozess "nicht mehr zuzumuten", betonte sein Rechtsanwalt. Hierzu sagte der Exekutiv Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees Christoph Heubner am Rande einer Tagung in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz:

"Selbstverständlich muss dem Mittäter von Auschwitz jede rechtliche Korrektheit zukommen, die der Rechtsstaat für alle bereit hält. Und dennoch muss am Ende des Jahres 2013 daran erinnert werden, dass Lipschis seit 1982 wieder in Deutschland gelebt hat, wo seine Mitgliedschaft in der SS und sein Einsatz in Auschwitz den Behörden durchaus bekannt waren. Die Überlebenden von Auschwitz  haben all diese Jahre auf die deutsche Justiz gewartet, die in formaler Untätigkeit erstarrt war. Heute wird den Überlebenden zugemutet, dass die Mörder und Mittäter von Auschwitz ihr Leben zu Ende führen können, ohne je mit ihrer Schuld und Gnadenlosigkeit konfrontiert worden zu sein. Eben deswegen erwarten die Überlebenden jetzt, dass die deutschen Justizbehörden die anhängenden Verfahren gegen Täter von Auschwitz zügigst bearbeiten."