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Signet des IAK

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Pressemitteilung zur Sitzung des Präsidiums des IAK vom 27. bis zum 30.9.2013 in Oswiecim: Immer mehr Gebäude in Auschwitz-Birkenau baufällig – Stiftung muss schnell und umfassend agieren, damit die Gedenkstätte gerettet werden kann

Auschwitz-Überlebende aus den USA, Israel, Polen, Belgien und Frankreich haben sich vom 27. bis 29. September in Oswiecim/Auschwitz zu einer Präsidiumssitzung des Internationalen Auschwitz Komitees getroffen.

Das Präsidium zeigte sich über den rasch zunehmenden Zerfall der baulichen Substanz der Gedenkstätte in Auschwitz-Birkenau zutiefst besorgt. Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des IAK, schildert die Situation dramatisch: "Immer mehr Gebäude in Birkenau sind baufällig, drohen einzustürzen und können von Besuchern nicht mehr betreten werden. Dies ist gerade angesichts der im Jahr 2013 erneut angestiegenen Zahl von weit mehr als 1,5 Millionen Besuchern aus aller Welt ein alarmierender Zustand. 60 Prozent dieser Besucher sind junge Menschen, die mit einem großen Interesse für die Geschichte der Opfer und die Geschichte der Überlebenden in die Gedenkstätte kommen."

Die großen Anstrengungen der Direktion und der Mitarbeiter des staatlichen polnischen Museums Auschwitz-Birkenau müssen in einem weitaus umfassenderen Umfang international unterstützt werden, um die Gedenkstätte als UNESCO-Weltkulturerbe zu erhalten, betonen die Auschwitz-Überlebenden.
Christoph Heubner: "Die für den Erhalt des Lagers entstandene Stiftung muss jetzt finanziell in einem neuen Anlauf schnell in die Lage versetzt werden, umfassend zu agieren. Die Überlebenden des Lagers bitten insbesondere die deutsche Regierung, die zugesagten finanziellen Verpflichtungen zügig anzupassen, damit die Gedenkstätte gerettet werden kann."

Der Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees und Auschwitz-Überlebende Roman Kent (New York) hob hervor: "Wir werden dringend das Gespräch mit der neuen Bundesregierung in Fragen der Gedenkstätten für die Opfer des deutschen Nazi-Terrors suchen."

Darüber hinaus beschäftigten sich die Auschwitz-Überlebenden angesichts des latenten Antisemitismus und der explosiven Gewalt gegen die Roma auch mit den wachsenden rechtspopulistischen Bewegungen in vielen Ländern Europas, die rassistische Einstellungen bedienen.

Hierzu betonte IAK-Präsident Roman Kent: "Gerade im Blick auf diese Entwicklungen ist es von großer Bedeutung, daß wir die zunehmende sprachliche Verharmlosung der in Auschwitz und Birkenau begangenen Verbrechen beim Namen nennen und bekämpfen: In Auschwitz ist niemand 'gestorben', wie es häufig in Artikeln oder Berichten in den Medien bezeichnet wird. Die Opfer wurden gedemütigt, gequält, gefoltert, ermordet und verbrannt. Das ist die Wahrheit unserer Erinnerungen. Das haben wir gesehen und erlebt. Es ist für alle Überlebenden eine deprimierende und zutiefst schmerzhafte Vorstellung, daß die Welt nach unserem Tod die Wahrheit über die Verbrechen von Auschwitz verliert."