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Wachsende Besorgnis bei KZ-Überlebenden über Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen in Europa

Mit wachsender Besorgnis verfolgen die Überlebenden der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager im Internationalen Auschwitz Komitee das Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen in Europa. Sie schüren die Ängste der Menschen und sie wollen die Demokratien Europas destabilisieren und bei ihren Bürgerinnen und Bürgern in Verruf bringen.

In Warschau betonte hierzu der Auschwitz-Überlebende Marian Turski:
"Europa steht nicht nur in Polen vor einer großen Bewährungsprobe. Die Bürger unserer Länder stehen angesichts der Menschen, die zu uns flüchten, vor vielen Fragen. Sie sind unsicher und sie haben Angst. Jeder von uns hat das Recht, Angst zu haben, jeder von uns hat das Recht, die Politik anzuklagen und Antworten auf dringende Fragen einzufordern. Aber niemals und nirgendwo hat jemand das Recht zu hassen und Gewalt gegen Hilfesuchende, Flüchtlinge oder Minderheiten auszuüben. Wir haben all dies am eigenen Leib erlebt."

Und in Berlin fügte Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, hinzu:
"Auch in Deutschland wächst mit AfD und Pegida der rechtspopulistischen Anti-Bewegung in Europa eine neue Dimension hinzu. Egal, ob man sich bei Parteitagen ganz zahm aufführt oder auf der Straße mit Verachtung gegen die Demokratie zu Felde zieht und dabei auch die freie und unabhängige Presse der Wut und dem Hohn der Demonstranten preisgibt. Der Effekt ist derselbe: Aus Verachtung entsteht Hass und aus dem Hass heraus geschieht Gewalt, die sich – wie in diesen Tagen – gegenüber Menschen und Häusern Bahn bricht. Deshalb ist es  gerade in Deutschland von essentieller Bedeutung, dass die demokratischen Parteien nicht wackeln und ihre klare Abgrenzung gegenüber den Angst- und Scharfmachern von AfD und Pegida nicht ins Rutschen gerät."