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23.09.2017

Internationales Auschwitz Komitee zur Bundestagswahl/AfD - Holocaust-Überlebende warnen vor Zäsur

 
 
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Die Verlässlichkeit und Ausstrahlung der Demokratie in Deutschland war und ist für Überlebende von Auschwitz und dem Holocaust entscheidend mit dem jahrzehntelangen Engagement von Menschen in Deutschland verbunden, die Verbrechen des deutschen Nazi-Staates anzuerkennen und das Gespräch und die Begegnung mit ihnen als Überlebenden des Holocaust zu suchen. Die Deutschen haben sich hierbei in ihrer großen Mehrheit auf einem schmerzhaften Weg vor der Geschichte ehrlich gemacht. Sie versuchten kontinuierlich diesen Lernprozess auch durch die Einrichtung von Gedenkstätten und Denkmälern immer neuen Generationen als Verpflichtung und Chance zu vermitteln. So gab es in den Augen der Überlebenden einen Konsens, der von der Mehrheit der Deutschen getragen wurde und der besagte, dass sich über die Geschichte kein Vergessen legen darf, wenn Deutschland weiterhin in der Demokratie bestehen will. Für Deutschland war diese Erinnerung auch ein Bollwerk gegen alle Versuche, den Nationalsozialismus zu glorifizieren und neu aufleben zu lassen.

Aller Voraussicht nach wird dieser Konsens, der auch die deutsche Politik nach außen entscheidend geprägt und glaubwüdig gemacht hat, mit dem Ergebnis der Bundestagswahl am kommenden Sonntag beendet sein. Gerade aus Deutschland droht eine Entwicklung, die dem Rechtspopulismus und der extremen Rechten in Europa und in der Welt einen enormen Auftrieb geben wird. Hierzu betonte Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees:

"Mit großer Anspannung beobachten Auschwitz-Überlebende die Wahlprognosen in Deutschland, die nach der Bundestagswahl auf den Parlamentsplätzen der AfD ein Konglomerat von Antisemiten, Demokratieverächtern und nationalistischen Hetzern vermuten lassen. Potentielle Abgeordnete der AfD haben sich immer wieder dazu bekannt, Erinnerungen an den Holocaust abräumen und aus dem Bewusstsein der Gesellschaft verbannen zu wollen. Diese Parlamentskandidaten der AfD stehen den Überlebenden des Holocausts schneidend kalt und feindselig gegenüber. Mit ihrer Wahl wird in den deutschen Bundestag eine menschenverachtende Kälte einziehen, die Überlebende des Holocaust gerade in Deutschland für überwunden gehalten hatten. Umso mehr hoffen und bauen sie auf die große Mehrheit der Deutschen, die weiter in einer Welt der Erinnerung, der Demokratie und der Toleranz leben will."