IAK :: Erinnern an gestern, Verantwortung für morgen

Stauffenbergstraße 13/14
10785 Berlin
Deutschland

Telefon:
Telefax:

URI: http://www.auschwitz.info/

Service-Navigation:
 
 
 
 
28.01.2017

Premiere der "Passagierin" in Gelsenkirchen | nach der gleichnamigen Novelle der Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz

 
 
Bild des Musiktheaters im Revier

 

 

 

Anlässlich des 72. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz-Birkenau

Ein deutsches Ehepaar überquert 1960 auf einem Schiff den Atlantik. Walter ist Diplomat und seine Frau Lisa freut sich darauf, Deutschland hinter sich zu lassen. Eine Passagierin an Bord beunruhigt Lisa, die Frau kommt ihr bekannt vor. Sie fühlt sich von deren Anwesenheit bedroht und offenbart Walter bisher verborgene Dinge ihrer Vergangenheit. Die Passagierin heißt Marta und war Inhaftierte des Konzentrationslagers Auschwitz. Lisa ist dort Aufseherin gewesen. Der Anblick der Passagierin wirft Lisa zurück in ihre Vergangenheit und zwingt sie dazu, nicht nur ihrem Mann, sondern auch sich selbst die Wahrheit zu bekennen.

Die Auschwitz-Überlebende Zofia Posmysz beschreibt in ihrer Novelle „Die Passagierin“ (1962) eine fiktive Täter-Opfer Begegnung. Stück für Stück berichtet Lisa von den Ereignissen in Auschwitz und von ihrer Beziehung zu Marta. Lisa ist überzeugt, Marta nur geholfen zu haben, ihr sogar ein Treffen mit ihrem Geliebten Tadeusz ermöglicht zu haben. Je tiefer die Vergegenwärtigung des Schreckens geht, desto mehr verstrickt sich Lisa in ihren eigenen Widersprüchen, bis sie sich schließlich mit einer direkten Konfrontation zu befreien sucht. Doch dem Blick Martas kann sie nicht standhalten.

2012 erhielt Zofia Posmysz das Bundesverdienstkreuz. Damals sagte Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees:

"Sie werden geehrt: Für Ihre schriftstellerische und pädagogische Arbeit, aber auch für Ihre menschliche, Ihre christliche Haltung Ihren Mitmenschen und dem Leben gegenüber. Aber – und dies gilt umso mehr – auch die Bundesrepublik Deutschland wird geehrt – durch die Tatsache, dass Sie, liebe Frau Posmycz, die so viel durch Deutsche erlitten hat und Ihre Mithäftlinge hat erleiden sehen, diese Ehrung annehmen – als Zeichen eines neues Beginns.

Aus der Dunkelheit von Auschwitz fügen Sie mit unendlicher Geduld und nie erlöschender Hoffnung die Worte zusammen, die Ihnen die Bilder Ihrer Erinnerung und Ihres Herzens diktieren: Sie beschreiben die Menschen, Sie beschreiben uns: Damit wir wissen, wer wir sind und was auch uns geschehen kann: Du bist ein Mensch! Du musst Dich entscheiden! Immer wieder, täglich, hier und heute."