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29.11.2017

Verleihung des Hans-Frankenthal-Preises 2017 in Hamburg

 
 
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Der Preis der Stiftung Auschwitz-Komitee geht dieses Jahr an die Arbeitsgemeinschaft Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisiertenund das Theaterprojekt „Distomo – unbeglichene Schuld(en)“.

Die öffentlichen Verleihung der mit insgesamt 3.000 Euro dotierten Auszeichnung findet statt

  • am Mittwoch, 29. November
  • um 19:00 Uhr
  • im Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky.

Die Arbeitsgemeinschaft Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten leistet seit vielen Jahren äußerst verdienstvolle Arbeit für eine Verfolgtengruppe, deren Stigmatisierung nach 1945 ungebrochen angedauert hat. Sie genießt hohes Ansehen bei Betroffenen und ihren Angehörigen ebenso wie bei Forscher_innen und Gedenkstätten, ohne dass sie finanziell oder institutionell abgesichert wäre. Nicht zuletzt wird die Kontinuität und Aktualität von Eugenik und Erbgesundheitsdenken in neuem Gewand (z. B. Pränataldiagnostik) aufgegriffen.

Am Beispiel des Massakers von Distomo, begangen von deutschen SS-Soldaten am 10. Juni 1944 – 218 Menschen wurden ermordet, nur wenige überlebten – bietet das Theaterprojekt „Distomo – unbeglichene Schuld(en)“ mit den Mitteln des Theaters eine Auseinandersetzung mit der immer noch offenen Frage der Entschädigung für deutsche Kriegsverbrechen und mit den Auswirkungen der Besatzung auf die betroffenen Länder an. Es erreicht damit auch Menschen, die sich sonst wenig mit historisch-politischen Themen beschäftigen.

Die beiden Preisträger stehen für „vergessene“ oder vielmehr verdrängte Opfer, die bis heute einen Kampf um Anerkennung führen müssen, um Entschädigung überhaupt erlangen zu können. Für beide Gruppen ist dabei die Zusammenarbeit mit Überlebenden der NS-Verfolgung und ihren Angehörigen grundlegend für die politische Arbeit.