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Auschwitz-Überlebender Marian Turski (IAK), VW-Auszubildende, VW-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller, Christoph Heubner (IAK) bei der Eröffnung der Ausstellung (© Bernd Oertwig)
Auschwitz-Überlebender Marian Turski (IAK), VW-Auszubildende, VW-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller, Christoph Heubner (IAK) bei der Eröffnung der Ausstellung (© Bernd Oertwig) 

 

29.11.2017: Dreißig Jahre Gedenkstättenarbeit in Auschwitz

Eine deutliche Spur

Sie haben eine deutliche Spur hinterlassen – die Jugendlichen und Auszubildenden von VW. Seit dreißig Jahren helfen sie mit, die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zu erhalten. Als Mahnmal der Erinnerung, als Wegweiser zum Nicht-Vergessen.

Gemeinsam engagieren sich der Volkswagen Konzern und das Internationale Auschwitz Komitee seit drei Jahrzehnten für die Gedenkstätte in Polen. In Berlin vermittelte die Foto-Ausstellung „Eine deutliche Spur“ im Volkswagen Group Forum Unter den Linden einen Eindruck von der Arbeit den jungen Menschen und ihrer zentralen Rolle bei der Gedenkstättenarbeit. Neben historischen Aufnahmen zeigte die Ausstellung Auszubildende bei Erhaltungsarbeiten im NS-Vernichtungslager Birkenau, bei Begegnungen mit Auschwitz-Überlebenden, im Gespräch mit Zeitzeugen und internationalen Gästen. Die Aufnahmen entstanden in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz.

Was im Dezember 1987 mit einem Seminar mit Wolfsburger Auszubildenden in Auschwitz begann, hat in dreißig Jahren mehr als dreitausend junge Deutsche und Polen zu Jugendbegegnungen in Oświęcim zusammengeführt. Sie legen überwachsene Wege wieder frei, reparieren Stacheldrahtzäune, konservieren Schuhe der Ermordeten, helfen bei archäologischen Ausgrabungsarbeiten auf dem Gelände. Und sie sprechen mit Zeitzeugen, die das KZ Auschwitz und das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überlebt haben.

Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft, eröffnete die Foto-Ausstellung zusammen mit dem Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh im Rahmen einer Feierstunde mit rund 150 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Matthias Müller in seiner Ansprache: „Wir als Gesellschaft, aber auch wir als Unternehmen, müssen unsere Verantwortung für Freiheit und Demokratie ernst- und wahrnehmen! Das sage ich umso entschlossener in einer Zeit, in der Populismus und nationalistisches Denken am Fundament eines vereinten Europa rütteln. Volkswagen wird deshalb auch künftig dazu beitragen, die Erinnerung wachzuhalten, und die Gedenkstättenarbeit mit dem Internationalen Auschwitz Komitee fortsetzen.“

Der Auschwitz-Überlebende Marian Turski aus Warschau sagte: „Als Überlebende von Auschwitz empfinden wir heute große Anerkennung. Dreißig Jahre Gedenkstättenarbeit sind ein historisches Ereignis, wohl auch einzigartig in der deutschen Gesellschaft und bedeutsam nicht nur für den deutsch-polnischen Dialog in politisch brisanter Zeit. Gerade deshalb sind wir dankbar für viele Begegnungen und Gespräche mit deutschen Auszubildenden und polnischen Berufsschülern. Diese jungen Menschen sind unsere Botschafter geworden. Sie engagieren sich für Völkerverständigung, Toleranz und Demokratie. Sie tragen unsere Geschichte weiter. Sie erhalten kommenden Generationen unsere Gedenkstätte, die wie kein anderer Ort heute Mahnmal ist für den Irrsinn des Antisemitismus und Rassenwahns, für unermessliches menschliches Leid und Massenmord.“

Zu den Rednern der Ausstellungseröffnung gehörte auch Bundesminister Sigmar Gabriel. Er dankte den Auszubildenden von Volkswagen für ihr Engagement seit dreißig Jahren und betonte: „In politisch schwierigeren Zeiten kommt den deutsch-polnischen Gespräch gerade zwischen jungen Menschen eine besondere Bedeutung zu.“

Betriebsrat Bernd Osterloh betonte: „An der Welle der Vernichtung, die damals von Deutschland aus Europa überzog, hatte auch Volkswagen seinen Anteil. Es ist eine große Leistung, dass die Anerkennung dieser historischen Wahrheit heute zum Selbstverständnis von Volkswagen gehört und gelebt wird. Das wird im Engagement unserer Auszubildenden und der Beteiligung von Meistern und Führungsnachwuchskräften bei Projekten mit dem Internationalen Auschwitz Komitee immer wieder deutlich.“

Als Vertreterin der Auszubildenden sprach Pamela Appiah, Auszubilden zur Kauffrau im Büromanagement bei Volkswagen in Wolfsburg: „Es wichtig, dass Auszubildende mit ihrem Wissen und Können helfen, die Gedenkstätte Auschwitz zu erhalten. Wir sind aber auch für die Erinnerungskultur verantwortlich. Wir müssen die Wahrheit über Auschwitz, den Holocaust und die Millionen Opfer des NS-Regimes über Generationen weitertragen und lebendig halten. Bei den Jugendbegegnungen in Polen treffen Jugendliche aus Deutschland und Polen auch mit Auschwitz-Überlebenden zusammen. Das sind ganz besondere Momente und Gespräche, die seltener und kostbarer werden, weil uns die Zeitzeugen verloren gehen.“ Pamela Appiah berichtete von einem Gespräch mit Roman Kent, dem IAK-Präsidenten aus den USA. „Ich werde nie vergessen, wie Roman Kent uns sagte, er hoffe, dass seine Vergangenheit nicht die Zukunft seiner Enkel sein werde – da war mir klar: Seine Hoffnung ist mein Auftrag.“

Alle Redner hoben die Arbeit von Christoph Heubner hervor und dankten dem Exekutiv-Vizepräsidenten des IAK für seine herausragende Betreuung der Gruppen. Christoph Heubner: „Gerade an diesem Jubiläumstag wird uns besonders deutlich, daß die Arbeit, über die wir hier reden, keine Randnotizen gesellschaftlichen Engagements beschreibt, sondern daß sich bei und mit dieser Arbeit die Haltung von jungen Demokraten herausbildet, die ihre Erlebnisse und Erfahrungen in die deutsche und in die europäische Gesellschaft einbringen.“

VW-Chef Matthias Müller kündigte bei der Ausstellungseröffnung an: Der Konzern spendet dem Internationalen Auschwitz Komitee einen Transporter. Das Fahrzeug mit Doppelkabine und Ladefläche wird in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau bei Restaurierungsarbeiten an ehemaligen Häftlingsbaracken zum Einsatz kommen und im neuen Jahr ausgeliefert.

Auch weiterhin wird sich Volkswagen im Stiftungsrat der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim in der Person von Gunnar Kilian engagieren.

 

VW-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller (© Bernd Oertwig)
VW-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller (© Bernd Oertwig)
 
Bundesaussenminister Sigmar Gabriel (© Bernd Oertwig)
Bundesaussenminister Sigmar Gabriel (© Bernd Oertwig)
 
VW-Auszubildende führen in die Ausstellung ein (© Bernd Oertwig)
VW-Auszubildende führen in die Ausstellung ein (© Bernd Oertwig)
 
Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräseidnet des IAK (© Bernd Oertwig)
Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräseidnet des IAK (© Bernd Oertwig)