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Pressemitteilung des Internationalen Auschwitz Komitees

25.04.2018

„Kippa-Demonstrationen“: Wichtiger Tag, wichtige Klarstellung, vielleicht eine Zäsur

 
 
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Überlebende des Holocaust im Internationalen Auschwitz Komitee begrüßen die heutigen Solidaritätsgesten gegenüber jüdischen Menschen, die in verschiedenen Städten und Regionen des Landes als "Kippa-Demonstrationen" stattfinden werden.

Hierzu betonte Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees:

"Für Auschwitz-Überlebende ist dies heute ein wichtiger Tag in einer Zeit voller Sorge um ihre Familien in Deutschland und in Europa. Sie danken allen Teilnehmern dieser Demonstrationen für die Klarstellung, die ihre Haltung ausdrückt, und die Ermutigung, die von ihrer Teilnahme ausgeht: Juden sollen gerade in deutschen Städten gefahrlos und ohne antisemitische Angriffe leben können. Dennoch muss uns allen bewusst sein, dass nach den Demonstrationen wieder der Alltag des aktiven und subtilen Hasses zurückkehren wird: Baseball-Cap statt Kippa, lautet dann die Losung, um Konflikten, dummen Sprüchen und körperlichen Angriffen aus dem Weg zu gehen. Uns allen sollte deshalb heute bewusst sein, dass diese Demonstrationen nur der Anfang sein dürfen. Es muss der Politik, der Pädagogik, es muss uns allen gelingen, die verschiedenen Linien, die sich mittlerweile aus rechtsextremem und islamistischem Antisemitismus zu einem gefährlichen Gebräu zusammenfügen, an allen Orten der Gesellschaft tabulos zu benennen und als uns alle bedrohende Gefahr wahrzunehmen. Wenn dies gelänge, wäre dieser Tag - jenseits aller Emotionen - ein wichtiger erster Schritt gewesen - eine Zäsur."

 
 
 

Für Rückfragen / for further Information

Christoph Heubner

Exekutiv-Vizepräsident 

Internationales Auschwitz Komitee

Telefon: ++ 49 (030) 26 39 26 81