Am morgigen Mittwoch, dem 20. Mai, wird der Ministerpräsident des Landes Nordrhein Westfalen, Hendrik Wüst, erstmalig die Gedenkstätte Auschwitz und auch die nahe der Gedenkstätte gelegene Internationale Jugendbegegnungsstätte Oswiecim/Auschwitz besuchen, deren Entstehung die Bundesländer gefördert haben und die in diesem Jahr das 40. Jubiläum ihres Bestehens begeht.
Zum Auschwitz Besuch des Ministerpräsidenten betonte in München Dr. Eva Umlauf, Auschwitz-Überlebende und Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees:
"Die Überlebenden der deutschen Konzentrations-und Vernichtungslager empfinden den Auschwitz- Besuch des Ministerpräsidenten des größten deutschen Bundeslandes gerade jetzt als politische und menschliche Geste der Solidarität. Wir beobachten die politische Entwicklung in Deutschland in diesen Tagen mit großer Aufmerksamkeit und wir haben verstanden, dass rechtsextreme Politiker in Deutschland unseren Erinnerungen und der Erinnerungskultur feindlich gesonnen sind. Es bedrückt und bestürzt uns, auf wieviel Zustimmung diese Politiker des Hasses bei Umfragen zu stoßen scheinen und wie die Demokratie in Deutschland nach ihren Plänen und Wahlprogrammen zerrissen werden soll."
Und während seines Aufenthaltes in der Gedenkstätte Auschwitz fügte der Exekutiv Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, hinzu:
"Trotz rechtsextremer Parolen in Deutschland wird der Blick der Welt auf Deutschland auch zukünftig an Auschwitz, Dachau und Buchenwald nicht vorbei gehen. Deutschland schuldet sich selbst, der Welt und den Überlebenden des Holocaust die Erinnerung an das, was in Auschwitz geschehen ist und warum es geschah, damit wir in Europa auch zukünftig in einer Welt der Vielfalt und der Demokratie leben können. Gerade jetzt müssen deshalb Demokratinnen und Demokraten in Deutschland und Europa zusammenstehen, um rechtsextremen und antisemitischen Hass zu bekämpfen. Wir hoffen darauf, dass dies beim Besuch von Ministerpräsident Wüst in Auschwitz deutlich wird."