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Pressemitteilung des Internationalen Auschwitz Komitees

13.04.2026

Ein Hoffnungszeichen für Europa: Auschwitz-Überlebende würdigen Ungarns Bruch mit Orbans rechtsextremer Politik

 
 
Budapest, Ungarn, 12.04.2026: Parlamentswahl: Péter Magyar am Abend auf der Wahlparty der Tisztelet és Szabadság Párt (kurz TISZA). Foto: IMAGO xdtsxNachrichtenagenturx dts_114728

Budapest, Ungarn, 12.04.2026: Parlamentswahl: Péter Magyar am Abend auf der Wahlparty der Tisztelet és Szabadság Párt (kurz TISZA). Foto: IMAGO xdtsxNachrichtenagenturx dts_114728

 

 

 

Über 16 Jahre hinweg haben Auschwitz-Überlebende und ihre Angehörigen den Rückbau der Demokratie in Ungarn, die Ausgrenzung der Erfahrung von ungarischen Überlebenden des Holocaust aus dem öffentlichen Diskurs und den Lehrpänen der Schulen sowie die Rehabilitierung von NS-Sympathisanten im öffentlichen Raum mit Schmerz und Empörung verfolgt.

All diese Geschichtsklitterung ging unter der Orban-Regierung und der Fidesz-Administration einher mit einer rüden Ausgrenzung  und Diffamierung politisch Andersdenkender und auch von Gruppen ungarischer Sinti und Roma, die nach Orbans Vorgaben unter die Räder seiner extrem antieuropäischen und fremdenfeindlichen Hetzpolitik gerieten. Damit ist nun Schluß: Trotz aller Beschwörungsversuche der herbeigeeilten Rechtsextremen aus aller Welt hat die große Mehrheit der Ungarn die verbohrte antieuropäische und rußlandfreundliche Ideologie Viktor Orbans und sein System der Geldgefälligkeiten und der Korruption abgewählt.

Hierzu betonte in München die Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees und Auschwitz-Überlebende Dr. Eva Umlauf: "Für uns alle in Europa ist dies ein unglaublich wichtiger Tag. Scheinbar ist in diesen Tagen der ständige Vormarsch der rechtsextremen Ideologie in Europa kaum mehr zu bremsen - doch heute zeigen uns die Menschen in Ungarn, dass sie mit einer Wahlentscheidung dem Rad in die Speichen greifen und eine scheinbar unumkehrbare Entwicklung der Demokratiezerstörung und Selbstherrlichkeit zu beenden in der Lage sind. Plötzlich ist der Kaiser nackt und wir erkennen seine Erbärmlichkeiten und unsere Möglichkeiten aufs Neue. Ich grüße all unsere  Freunde in Ungarn und denke an Imre Kertesz, den jüdisch-ungarischen Literatur-Nobelpreisträger und Überlebenden von  Auschwitz und Buchenwald, dessen Texte Orban aus den Schulbüchern entfernen ließ. Wir hoffen sehr, dass ihm jetzt - nach seinem Tode - in seinem Heimatland Gerechtigkeit widerfährt."

Und Christoph Heubner, Exekutiv Vizepräsident des Komitee, fügte am Rande eines Aufenthaltes in der Gedenkstätte Auschwitz hinzu: "All jene Menschen in Europa, die ihre Hoffnung auf rechtsextreme Ideologen und deren altbekannte Tiraden des Rassismus und der Ausgrenzung setzten, sollten jetzt sehr genau nach Ungarn schauen, eines der EU-Länder, wo ein Regime über 16 Jahre hinweg ein System von Korruption aufgebaut, das Land ausgezehrt und sich die Taschen vollgemacht hat. Mit diesem Wahlergebnis haben die Ungarn allen rechtsextremen Parteien und Gruppierungen den Spiegel vorgehalten: So sieht ein Land aus, das euch 16 Jahre anvertraut war und doch nur in die Hände gefallen ist."

 
 
 

Für Rückfragen / for further Information

Christoph Heubner

Exekutiv-Vizepräsident 

Internationales Auschwitz Komitee

Telefon: ++ 49 (030) 26 39 26 81