
Der Historiker Gérard Wettstein vor dem schweizerischen Bundesarchiv in Bern. Hier liegt das Mengele-Dossier, dessen Öffnung Wettstein über viele Jahre erstritten hat. Foto: Franziska Rothenbühler
Zu den Entscheidungen der Schweizer Behörden, interessierten Historikern endlich den Zugang zu im Schweizer Bundesarchiv befindlichen Unterlagen zu Josef Mengele zu ermöglichen und so die 25 jährige unrechtmäßige Blockade des Schweizer Nachrichtendienstes zu durchbrechen betonte in Berlin Christoph Heubner, der Exekutiv VIzepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees:
"Für Auschwitz -Überlebende ist auch noch viele Jahrzehnte nach ihrem Überleben Josef Mengele ein Name, der ihr Herz kalt werden läßt und ihnen Schauer über den Rücken jagt.
Die Tatsache, dass gerade dieser "Todesengel von Auschwitz" der Gerechtigkeit und der Justiz immer wieder entkommen und -zeitweise wahrscheinlich auch in der Schweiz- ein weitgehend entspanntes und unbehelligtes Leben führen konnte empört und schmerzt sie bis heute. Deshalb ist für die Überlebenden von Auschwitz und ihre Angehörigen die geplante Öffnung der in der Schweiz vorhandenen Dossiers zu Joseph Mengele eine Genugtuung.
Sie danken dem Schweizer Historiker Gérard Wettstein, der diese Öffnung über viele Jahre erstritten hat. Daß diese Unterlagen gerade in Zeiten an die Öffentlichkeit kommen, in denen Nazi- Täter und SS-Verbrecher auf instagram kommentarlos als "Kriegshelden" präsentiert werden und auch der Name Mengele mitsamt der Nazi-Ideologie des Hasses und des Antisemitismus für neue Nazis und Rechtsextreme in vielen Ländern an bizarrer Attraktivität gewinnt, ist für Auschwitz-Überlebende eine bittere Realität."