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Pressemitteilung des Internationalen Auschwitz Komitees

26.01.2019

Zum Tag der Befreiung von Auschwitz und zum Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar: Es scheint ein Ruck durch Europa zu gehen

 
 
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In diesen Tage stehen Auschwitz-Überlebenden in aller Welt ihre entsetzlichen Erinnerungen und die Bilder ihrer in Auschwitz ermordeten Familienmitglieder besonders deutlich vor Augen. Viele Jahrzehnte haben die Überlebenden über die deutsche Todeswelt von Auschwitz und ihr Leben nach der Befreiung aus dieser Hölle berichtet, um heutige Generationen vor dem immer wieder aufflammenden Hass des Antisemitismus, vor Rassismus und Intoleranz und vor der Grausamkeit kriegerischer Konflikte zu warnen.

Hierzu betonte in Berlin Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees:

"Mit großer Sorge registrieren  die Überlebenden von Auschwitz, dass ihre Erinnerungen und Warnungen nur wenige Jahrzehnte nach Auschwitz erneut brennende Aktualität gewinnen. Besonders alarmiert sie die schläfrige Gleichgültigkeit vieler Menschen in Europa, die die Demokratie offenbar als unendliche Selbstverständlichkeit wahrnehmen. Auch wegen dieser Gleichgültigkeit ist es Rechtspopulisten, Rechtsextremen und Neonazis zahlreicher europäischer Länder in den letzten Monaten viel zu leicht gefallen, das gesellschaftliche Klima mit nicht nur antisemitischem Hass zu vergiften. Tagtäglich wird von rechten Kräften versucht, die verbindenden Werte einer Gesellschaft lächerlich zu machen und die Demokratie der Verachtung preiszugeben: An die Stelle von Empathie und Toleranz tritt Abgrenzung, Neid und aggressiver Hass.

Gerade deshalb sind die Überlebenden von Auschwitz in diesen Tagen besonders froh darüber, dass ein Ruck durch Europa zu gehen scheint und immer mehr Menschen ihre gleichgültige Distanz aufgeben und diesen Entwicklungen entgegentreten. Die weiter gestiegenen Besucherzahlen in der Gedenkstätte, von denen weit über die Hälfte junge Besucher unter 26 Jahren sind, aber auch die überall in Europa zahlreicher gewordenen Veranstaltungen aus Anlass des Holocaust-Gedenktages sind für die Überlebenden ein deutliches Zeichen dafür, daß man in vielen Ländern Europas verstanden hat, was die Stunde geschlagen hat."

 
 
 

Für Rückfragen / for further Information

Christoph Heubner

Exekutiv-Vizepräsident 

Internationales Auschwitz Komitee

Telefon: ++ 49 (030) 26 39 26 81