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Pressemitteilung des Internationalen Auschwitz Komitees

26.02.2026

Keine Bühne für Hass: Die Berlinale darf Hass und Diffamierung nicht das Feld überlassen

 
 
Tricia Tuttle, die Festival-Leiterin bei der Abschlussfeier der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlinale am 21.02.2026 in Berlin. Foto: IMAGO/APress

Tricia Tuttle, die Festival-Leiterin bei der Abschlussfeier der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlinale am 21.02.2026 in Berlin. Foto: IMAGO/APress

 

 

 

Zur für heute geplanten Sitzung des Aufsichtsrates um die Entwicklungen bei der Berlinale betonte in Berlin Christoph Heubner, der Exekutiv VIzepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees:

"Die für heute vormittag anberaumte Aufsichtsratssitzung der Berlinale stellt alle Beteiligten vor ein Dilemma, das im wesentlichen darauf zurückgeführt werden muß , dass es propalästinensischen Gruppierungen in Deutschland national und international längst gelungen ist, um Deutschland herum ein Zerrbild zu zeichnen, dass von einer eingeschränkten Meinungsfreiheit und Zensur in Deutschland berichtet sobald das Thema Israel und Palästinenser auf die Tagesordnung gerät.

Für diese propalästinensischen Gruppen ist das Vorgehen der israelischen Truppen natürlich ein Genozid, den zudem die Bundesregierung durch Waffenlieferungen und andere Unterstützung mitträgt und für den sie damit mitverantwortlich ist. Für alle im Lager der Palästinenser Argumentierenden ist der Staat Israel gewalttätig, korrupt und moralisch erledigt. Er hat -und das wird in jedem dieser Haßgesänge deutlich, längst  jedes Recht der staatlichen Existenz verloren und sollte von der Landkarte verschwinden.

Wer in diesem Zusammhang an historische Zusammenhänge und auch an die Holocaust -Überlebenden erinnert, für die der Staat Israel immer das Land ihrer Sicherheit und Zuflucht bleiben wird, stösst weiterhin auf agressive Gesichter, die auch der Hinweis nicht beruhigen wird,  dass jedermann -innerhalb und außerhalb Israels- das Recht hat, die israelische Kriegsführung und die Regierung Nethanjahu zu kritisieren.

In Deutschland haben wir, Freunde von Menschen und Familien in Israel seit vielen Jahren, seit vielen Monaten das Narrativ verloren: Es wird von denen bestimmt , die nach dem Massaker des 7.Oktober auf den Straßen Neuköllns vor Freude tanzten und Süßigkeiten verteilten und auch von denen, deren Feldzug gegen die Gewalt des Imperialismus sich im Haß gegen Israel und den ihm hinterherschleichenden Antisemitismus selbstgerecht und wohnlich eingerichtet hat und nicht einmal mehr in der Lage ist, die Stimmen aus Israel zu hören, die sich kritisch gegen Netanjahu und seine Politik positionieren. Früher hat es solche Stimmen auch unter den Palästinensern gegeben. Heute scheint alles zu spät zu sein. Ein vernünftiges Wort, viele warten darauf, verzweifelt. Gerade unter den Überlebenden des Holocaust sind viele, die ihr Leben nicht in einer Wüste des Hasses zu Ende bringen wollen. Deswegen vertrauen sie auf Deutschland, sich auch jetzt nicht verhetzen zu lassen sondern ein Gesprächspartner zu bleiben, der auf Haß und Diffamierungen nicht mit Zensur und  Rausschmeißen reagieren sollte:

Es wäre sinnvoller gewesen, man hätte sich vor der Berlinale auf das palästinensische Szenario argumentativ vorbereitend abgesprochen und der anwesende Umweltminister Schneider hätte in Absprache mit Frau Tuttle nicht die Flucht sondern das Wort ergriffen. Für die Zukunft?"

 
 
 

Für Rückfragen / for further Information

Christoph Heubner

Exekutiv-Vizepräsident 

Internationales Auschwitz Komitee

Telefon: ++ 49 (030) 26 39 26 81