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19.12.2023

60. Jahrestag des Beginns des Franfurter Auschwitz Prozesses am 20. Dezember 1963

 
 
Die Zeugenbetreuerin Ursula Wirth mit dem Zeugen Józef Kral. Józef Kral, 1910 in Wartogłowiec (heute Polen) geboren, wurde im Februar 1940 in Wien von der Gestapo verhaftet und Ende Juni 1941 nach Auschwitz transportiert. Zur Zeit seiner Vernehmung im Mai 1964 war der Zeuge Józef Kral 54 Jahre alt und lebte als Architekt in Krakau/Polen. Insgesamt wurden 360 Zeugen im Auschwitz-Prozess vernommen. Darunter waren 211 Auschwitz-Überlebende. Foto: http://www.auschwitz-prozess-frankfurt.de/index.php?id=36

Die Zeugenbetreuerin Ursula Wirth mit dem Zeugen Józef Kral. Józef Kral, 1910 in Wartogłowiec (heute Polen) geboren, wurde im Februar 1940 in Wien von der Gestapo verhaftet und Ende Juni 1941 nach Auschwitz transportiert. Zur Zeit seiner Vernehmung im Mai 1964 war der Zeuge Józef Kral 54 Jahre alt und lebte als Architekt in Krakau/Polen. Insgesamt wurden 360 Zeugen im Auschwitz-Prozess vernommen. Darunter waren 211 Auschwitz-Überlebende. Foto: http://www.auschwitz-prozess-frankfurt.de/index.php?id=36

 

 

 

Weltweit gedenken in diesen Tagen Überlebende von Auschwitz des 1. Franfurter Auschwitz Prozesses, der vor sechzig Jahren, am 20. Dezember 1963, in Frankfurt begonnen hat. Hierzu betonte in Berlin Christoph Heubner, der Exekutiv Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees:

"Es hat achtzehn Jahre gedauert bis die deutsche Justiz dazu gebracht werden konnte, die Verbrechen von Auschwitz in einem deutschen Gerichtssaal zur Sprache zu bringen und Überlebende von Auschwitz zu Wort kommen zu lassen. Die Auschwitz-Überlebenden, die aus verschiedenen Ländern als Zeugen zum Prozess geladen waren, wußten, daß sie ihre Reise nach Frankfurt führen, sie aber in Auschwitz ankommen würden. Und ihnen war damals auch bewußt, dass große Teile der deutschen Gesellschaft ihre Präsenz und ihre Worte mit Widerwillen und bestenfalls Gleichgültigkeit wahrnehmen würden. Heute kann in Deutschland und in der Welt niemand mehr hinter den Auschwitz-Prozess zurück: So wie die Täter in ihrer ganzen Brutalität, Feigheit und Erbärmlichkeit entlarvt wurden, so sehr ist dieser Prozess für die Überlebenden von Auschwitz zum Beginn eines Gespräches mit der deutschen Gesellschaft geworden, das bis heute kein Ende gefunden hat."
In Warschau betonte der Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees und Auschwitz-Überlebende Marian Turski:

"Wir als Auschwitz-Überlebende erinnern uns heute daran, dass Hermann Langbein, österreichischer Auschwitz-Überlebender und damaliger Generalsekretär des Internationalen Auschwitz Komitees, diesen Prozeß gemeinsam mit anderen Auschwitz-Überlebenden und wenigen Verbündeten in Deutschland, unter ihnen der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, gegen den Unwillen deutscher Behörden und die abwehrende Gleichgültigkeit der deutschen Gesellschaft erkämpft und überhaupt erst ermöglicht hat. Hermann Langbein hat auch mit dafür gesorgt, daß die Tonaufnahmen mit den Zeugenaussagen der Auschwitz-Überlebenden erhalten geblieben sind. Diese Aufnahmen gehören heute zum Unesco-Weltdokumentenerbe der Menschheit und werden die Wahrheit über Täter und Opfer von Auschwitz erzählen, wenn es von uns, den Überlebenden,niemanden mehr gibt."