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Internationales Auschwitz Komitee gedenkt des 70. Jahrestages des Aufstandes im Vernichtungslager Sobibor.

Dringende Bitte an die Regierung der Bundesrepublik Deutschland, sich an den Erhaltungsarbeiten in der Gedenkstätte zu beteiligen.

Deutsches Vernichtungslager Sobibor, im Osten Polens: 14. Oktober 1943, 16.00 Uhr: Bereits bis zu 250 000 Menschen hatte die SS mit ihren Helfern bis zu diesem Oktobertag 1943 in Sobibor ermordet, jüdische Familien aus vielen europäischen Ländern. Unter ihnen auch 33000 Juden aus den Niederlanden. Am 14. Oktober 1943, einem Donnerstag, beginnt der von jüdischen Häftlingen vorbereitete Aufstand gegen die SS und ihre Helfershelfer: Etwa 365 Menschen gelingt zunächst die Flucht. 200 von ihnen erreichen den rettenden Wald. Sie werden von SS-Männern und ukrainischen Wachmannschaften verfolgt, die noch 100 der Geflohenen tötet. Auch diejenigen Häftlingen, denen die Flucht aus dem Lager nicht gelungen war, werden von der SS ermordet. 47 der Geflüchteten erleben das Ende des Krieges. Nach dem Aufstand wird das Vernichtungslager von der SS dem Erdboden gleichgemacht und später wieder aufgeforstet, um alle Spuren zu verwischen und diesen Ort auf immer vor der Welt zu verstecken.

Zum Gedenken an den Aufstand in Sobibor und zur Gestaltung einer neuen Gedenkstätte am historischen Ort des Vernichtungslagers betonte Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees:

"Für die Überlebenden der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager gehört der Aufstand von Sobibor zu den großen Heldengeschichten des Widerstandes gegen dieso perfekte Tötungsmaschinerie in den Vernichtungslagern der Nazis. Der verzweifelte Mut der so lange gedemütigten Häftlinge von Sobibor gehört in die Geschichtsbücher der Welt als eines der großen Beispiele für die Sehnsucht des Menschen nach einem Leben in Würde und ohne Angst. Heute bemühen sich Repräsentanten aus Polen, Israel und den Niederlanden in Sobibor darum, den historischen Ort zu erforschen und zu erhalten: Sie graben im Waldboden nach Spuren des Geschehenen, nach der Geschichte der jüdischen Familien, die in Sobibor ermordet worden sind. Die Überlebenden im Internationalen Auschwitz Komitee bitten die Bundesrepublik Deutschland dringend darum, sich an dieser Arbeitsgemeinschaft in Sobibor zu beteiligen und Mitverantwortung zu übernehmen."